VfB Suhl LOTTO Thüringen

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Suhler Woelfen fehlte die Bissigkeit

Skurios Volleys Borken – VfB Suhl LOTTO Thüringen
1. Volleyball-Bundesliga Frauen · Playoff-Halbfinale · Spiel 1
SSC Palmberg SchwerinSSC Palmberg Schwerin
3 : 0
VfB Suhl LOTTO ThüringenVfB Suhl LOTTO Thüringen
Sätze25:2025:1425:15

Spielbericht · Playoff-Halbfinale · Spiel 1

Schweriner Angriffspower lässt Suhler Abwehrbollwerk leiden, allen voran läuft SSC-Topangreiferin Elles Dambrink (20 Punkte) zur Höchstform auf und gewinnt nicht nur das Duell gegen Anna Artyshuk (17 Punkte). Das beide Diagonalangreiferinnen zur jeweils wertvollsten Spielerin ihres Teams gewählt wurden, ist nur eine Randnotiz in einer am Ende unerwartet einseitigen Partie. Denn mit einem unerwartet klaren 3:0-Heimsieg startet Titelfavorit und Rekordmeister SSC Palmberg Schwerin in die Volleyball-Halbfinal-Playoffserie gegen den Außenseiter VfB Suhl Lotto Thüringen. Dabei machen die Schützlinge von SSC-Chefcoach Felix Koslowski vor rund 2.000 Zuschauern in der Palmberg-Arena kurzen Prozess mit dem „David im Duell gegen Goliath“ und gewinnen nach 67 Minuten Spielzeit deutlich mit 25:20, 25:14 und 25:15 Punkten.

Die Suhlerinnen konnten nur im ersten Spielabschnitt einigermaßen dem großen Angriffsdruck der Dambrink & Co. standhalten. Nach dem zwischenzeitlichen 8:8 zog der Gastgeber und Hauptrunden-Erste entscheidend davon. Insbesondere auch die Aufschlagsknaller von Leana Grozer, Jaelyn Keene & Co. waren vor der stimmgewaltigen Kulisse, darunter auch rund 30 VfB-Fans, sehenswert und stellten die VfB-Abwehr um eine starke Libera Minami Yoshioka vor erhebliche Probleme. So wurde immer wieder die erst 19-jährige Julia de Paula gesucht und auch Jette Kuipers konnte die scharfen Aufschläge nicht immer entschärfen. Darunter litt nicht nur die Annahmeeffektivität sondern auch die variable Angriffsgestaltung. Laszlo Hollosy nahm frühzeitig seine beiden taktischen Auszeiten (8:11, 10:15), doch am Spielverlauf änderte sich dadurch kaum etwas. Immer wieder beschwor er seine Spielerinnen, die taktischen Vorgaben umzusetzen. Zwar blieben die „Wölfe“ im ersten Satzverlauf noch etwas in Schlagdistanz (17:19), aber mit zwei anschließenden Aufschlag- und Angriffsfehlern vergaben die Suhler „Wölfinnen“ ihre letzten Chancen auf eine erfolgreiche Aufholjagd. Mit 25:20 Punkten nach 23 Minuten ging Schwerin mit 1:0 Sätzen in Führung.

Mit diesem erfolgreichen Auftakterfolg gewann der haushohe Favorit, der zuletzt vor 20 Jahren ein Heimspiel gegen Suhl verlor, die nötige Sicherheit und setzte seinen permanenten Aufschlags- und Angriffsdruck fort. Erneut musste der VfB-Coach frühzeitig eingreifen (3:6, 5:9) und versuchte auch mit personellen Einwechslungen dem zweiten Satzverlust entgegenzuwirken. Während bei den Schwerinerinnen fast alles glückte, konnten die Suhlerinnen jedoch nicht an ihre vergangenen Topleistungen anknüpfen. Zu viele Annahmeprobleme verhinderten einen effizienteren Angriffsaufbau, wobei auch nur Anna Artyshuk so richtig mit den gegnerischen Top-Angreiferinnen mithalten konnten. Da auch die sonst so starke Blockabwehr der Hollosy-Schützlinge nicht zum Tragen kam, setzte sich der Champions-League-Teilnehmer permanent am Netz durch. Selbst die Abwehrarbeit des VfB-Riegels fand nicht zu gewohnter Leistungsdichte, sodass die größere spielerische Erfahrung auf der Gastgeberseite sowie die mannschaftliche Ausgeglichenheit den verdienten Hinspielsieg für den Favoriten aus Mecklenburg gegen das junge Suhler Team einbrachte. Mit 25:14 Punkten nach 20 Minuten war es eine SSC-Machtdemonstration im heimischen „Wohnzimmer“.

Auch der dritte Satz verlief nach diesem Schema und die SSC-Damen glänzten aus allen Reihen, selbst die beste Bundesliga-Libera Patricia Llabres Herrera überraschte mit seltenem Punktgewinn nach einer Finte im zweiten Zuspiel. Als dann auch Mittelblockerin Ann Wolowicz zu Höchstform auflief, war es um die Suhler „Wölfe“ geschehen. Die Resignation war in die VfB-Gesichter geschrieben und VfB-Coach Hollosy war sichtlich bedient. Mit 25:15 Punkten gelang nach 22 Minuten der dritte und letzte Satzgewinn für Schwerin, den die überragende Elles Dambrink erneut vollendete.

Suhler Woelfen fehlte die Bissigkeit

Die VfB-Damen konnten also den Schwung vom historischen Halbfinaleinzug nach dem Sieg gegen Potsdam vorerst leider nicht wie erhofft umsetzen, sodass die Laakkonen & Co. nun zunächst erst einmal auf einen Heimspielerfolg am kommenden Sonntag (15.15 Uhr) und eine grandiose Stimmung in der Wolfsgrube setzen müssen, um im Halbfinal-Playoffrennen zu bleiben und ein drittes Spiel in Schwerin zu erzwingen.

Stimmen zum Spiel:

Suhler Woelfen fehlte die Bissigkeit

Annegret Hölzig (Mannschaftskapitänin SSC): „Es war ein unerwartet klares Ergebnis für uns als Gastgeberinnen. Bei uns lief heute alles super gut mit der stimmungsvollen Heimkulisse im Rücken. Im Rückspiel wird es sicher ein ganz anderes Match. Jetzt genießen wir erstmal zwei freie Trainingstage“.

Laura Berger (VfB-Mittelblockerin): „Uns fehlte heute die notwendige Aggressivität im Block und der Defensivarbeit. Schwerin erzeugte einen enormen Aufschlagsdruck, dem konnten wir nicht standhalten. Nun hoffen wir auf das Rückspiel und wollen unseren Fans noch einmal ein tolles Heimspiel bieten. Dafür müssen wir in den kommenden Tagen auch im Training den Bio-Rhythmus umstellen, da das Sonntagsspiel schon kurz nach 15 Uhr beginnt.“

Suhler Woelfen fehlte die Bissigkeit

Laszlo Hollosy (VfB-Trainer): „Ich denke heute haben wir uns ein wenig vor der Möglichkeit erschreckt, gegen Schwerin gewinnen zu können. Unsere Verteidigung hat überhaupt nicht funktioniert, weder der Block noch unsere Feldabwehr. Schwerin konnte nach Belieben angreifen, ohne jegliche Gegenwehr. Man muss dazu sagen, dass der Favorit heute großartig aufgespielt hat und uns keine Luft zum Atmen ließ. Wir gratulieren dem SSC zum Hinspielsieg, aber das Halbfinale ist noch nicht vorbei. Wir haben zwar die erste Schlacht verloren, aber die Playoffs sind noch nicht vorbei. Zu Hause, mit der Unterstützung unserer Fans, werden wir bis zum letzten Atemzug kämpfen!“

Roosa Laakkonen (VfB-Mannschaftskapitänin): „Heute lief alles für Schwerin, wir haben nicht richtig ins Spiel gefunden. Wir waren nicht aggressiv genug, ich weiß nicht warum wir gegen Schwerin diesmal nicht unsere Chancen nutzen konnten. Gegen sie musste Du jede Chance nutzen, die sich bietet. Ich hoffe, wir lernen aus dieser Niederlage, diesem Spiel und kommen gestärkt ins für das Rückspiel.“

Jens Haferkorn (VfB-Team-Manager): „Sonntag ist ein neues Spiel. Die Karten werden neu gemischt und mit einer vollen Wolfsgrube sowie unseren lautstarken Fans im Rücken und gewohnter Umgebung, sehe ich durchaus eine neuerlich Chance auf die nächste Überraschung durch unser Team.“

Ulf Greiser · Quelle: volleyball-suhl.de

SSC Palmberg Schwerin – VfB Suhl LOTTO Thüringen 3 : 0
Satzergebnisse
25:20, 25:14, 25:15
Wettbewerb
1. Volleyball-Bundesliga Frauen · Playoff-Halbfinale · Spiel 1 · Saison 2024/25
Datum
Ort
Schwerin
Startformation VfB
MVP
Elles Dambrink · Anna Artyshuk
Topscorerin
Zuschauer
rund 2.000
Spieldauer