"Erfolgsoase Europacup" für VfB-Damen mit Sieg gegen Haifa

Es war der 14. Europacup-Auftritt für den Suhler Volleyballverein in seiner Historie und mit dem 11. Sieg schaffte der VfB Suhl LOTTO Thüringen nach umkämpften Spielverlauf den erhofften Einzug in das Viertelfinale des CEV-Challenge-Cups 2022/2023. Dafür war allerdings ein hartes Stück Arbeit notwendig, denn der israelische Gegner VC Maccabi Haifa entpuppte sich am Anfang als der nicht zu unterschätzende harte Brocken..

Kurios dabei, dass das Duell am Tag genau wie vor 11 Jahren stattfand, als Suhl in Haifa den Einzug in die nächste Runde des CEV-Challenge-Cup klar machte. Hatte man damals, am 18. Januar 2012 das Rückspiel des 1/16-Finales in Haifa ausgetragen und 3:0 gewonnen, konnten die Hollosy-Schützlinge diesmal, genau 11 Jahre später, das Achtelfinale erfolgreich gestalten und den Einzug ins Viertelfinale vor rund 600 Zuschauern in der Antenne Thüringen Volleyballarena „Wolfsgrube“ feiern. So starteten die VfB-Damen wie im Hinspiel mit leichten Startschwierigkeiten, wobei diesmal VfB-Mittelblockerin Roosa Laakkonen (MVP in Haifa) handverletzungsbedingt geschont werden musste. Suhl begann zunächst nervös und mit einfachen Fehlern am Aufschlag, in der Annahme und auch Angriff. Man gestattete den zunächst stark aufspielenden Gästen, um die zweimetergroße Mittelblockerin Barabanshchikova, den 25:19-Satzgewinn im ersten Spielabschnitt. Die Gäste brillierten ebenso durch ihre Libera-Tandem Aines und Shir On, die fast alle Angriffe der Suhlerinnen in der Feldabwehr entschärften. Zudem war auch das Agieren von der japanischen Zuspielerin Satsuki Minami im Haifa-Team sehenswert, wie sie insbesondere die sprunggewaltige Brian Holman über die Mitte einsetzte oder die Außenangreiferinnen anspielte. Haifa war risikovoller und belohnte sich für diesen engagierten Auftritt im ersten Satz nach 5:8 und 16:12-Zwischenständen. Staunen auch auf den Zuschauerrängen und so mancher war damit überrascht, dass dieses Rückspiel nach dem 3:1-Hinspielerfolg nun doch keine "Selbstläufer" werden sollte.

Nachdem Gastgeber-Coach Laszlo Hollosy die Taktik änderte und unter anderem VfB-Außenangreiferin Eva Hodanova für die bis dato eher glücklos agierende Julia Brown von nun an in die Startformation einwechselte, wendete sich das Blatt im Spiel der Gastgeberinnen. Die Aufschläge erzielten mehr Wirkung, die Angriffsfehlerquote wurde auf fast Null gesenkt und eine überragende Blockabwehr, von Jelena Delic und Anica Kutlesic im Verbund mit den Außenpositionsspielerinnen organisiert, zeigten ungeahnte Auswirkungen. Bei Haifa klappte jetzt rein gar nichts mehr, der Schwung mit dem ersten Satzgewinn war verflogen. Über die Stationen 8:5 und 16:5 schafften die Gastgeberinnen eine eindrucksvolle Wende im Spielgeschehen. Mit dem sensationellen 25:8 (!) feierte Suhl seinen ersten Satzgewinn zum verdienten 1:1-Ausgleich.

Haifa versuchte nun im dritten Satz noch einmal alles, musste man doch mindestens 3:1 gewinnen, um den entscheidenden "Golden-Set" zu erzwingen. Bis zum 17:17-Zwischenstand war es ein abwechslungsreiches Spielgeschehen bei ständig wechselnden Führungen oder mehreren Punktvorsprüngen für beide Teams. Angeführt von einer überragenden Mittelblockerin Anica Kutlesic im Angriff, Block und vor allem in dieser Phase am Aufschlag, konnte der VfB vorentscheidend auf 21:17 davonziehen. VfB-Zuspielerin Jenna Ewert fand mit zunehmendem Spielverlauf auch immer besser die Feinabstimmung mit ihren Angreiferinnen. Sehenswert in diesem Satz auch die Abwehrschlachten der Liberas beider Teams, die erst nach langen Ballwechseln endeten. Ein absolut spannender Satz, wie im ersten Durchgang, doch diesmal hatte das "Wolfsrudel" das bessere Ende für sich. Mit 25:20 wurde der notwendige zweite Satzgewinn gefeiert - der Einzug ins Viertelfinale gegen Prostejov (CZE) war perfekt! Großer Jubel in der stimmungsvollen Halle, vor dieser Kulisse machte es selbst auch den Gästeteam durchaus Spaß, wie Haifas Volleyball-Präsident, Haim Kessel nach dem Match trotz der Niederlage zugab.

Nachdem die Entscheidung über das Weiterkommen gefallen war, wollte das VfB-Team natürlich auch den Sieg einfahren, da man ja bisher im Saisonverlauf noch nicht allzu viele Erfolge seinem treuen Anhang präsentieren konnte. Trotzdem rotierte VfB-Coach Hollosy, um seinen Auswechselspielerinnen Spielpraxis zu verschaffen und so kamen im vierten Satz bei Suhl nun noch der Neuzugang auf der Diagonalangriffsposition, Lena Kindermann sowie Zuspielerin Yina Liu in die Startformation. Haifa war nun nach dem feststehenden Ausscheiden im europäischen Wettbewerb sichtlich demoralisiert und Suhl zeigte sich weiter psychologisch obenauf. Nun konnte auch Juliette Fidon-Lebleu ihre Klasse zeigen und erfolgreicher punkten und Jelena Delic servierte 8 Aufschläge in Folge, davon allein drei Asse. Mit konzentrierter Leistung der Südthüringerinnen wurde der vierte Satz 25:12 und damit auch das Rückspiel im „Wohnzimmer Wolfsgrube“ mit 3:1 Sätzen nach 83 Minuten Spielzeit gewonnen. Die Französin im Suhler Team meinte nach dem Spiel unter anderem, dass ihrem Team im ersten Satz die notwendige Aggressivität fehlte, die sich dann aber im zweiten Satz gezeigt hatte, als man Haifa förmlich überrollte. Zudem hatte Trainer Hollosy seinem VfB-Damen nach dem Satzverlust in der Pause gehörig "den Kopf gewaschen". Für den VfB scheint sich der CEV-Challenge-Cup nach der Verletzungsmisere nun zur notwendigen „Erfolgsoase“ zu mausern. Das nächste CEV-Challenge-Cup-Heimspiel ist nun für den 1. Februar geplant, wenn der Gegner VK Prostejov (Tschechien) heißt. VfB-Coach Laszlo Hollosy kennt den tschechischen Volleyball aus der Vergangenheit recht gut und meinte kurz nach dem Spiel, dass dies dann auch das nächste Leistungslevel auf europäischer Bühne ist.

Doch jetzt heißt es erstmal volle Konzentration auf das Bundesliga-Rückspiel am kommenden Samstag beim Tabellenfünften Dresdner SC. Da möchte man den Schwung des Europacupsieges mitnehmen und als krasser Außenseiter für eine erneute Überraschung sorgen, wie vielleicht beim 3:2-Hinspielsieg. 

(UG)

"Erfolgsoase Europacup" für VfB-Damen mit Sieg gegen Haifa

Es war der 14. Europacup-Auftritt für den Suhler Volleyballverein in seiner Historie und mit dem 11. Sieg schaffte der VfB Suhl LOTTO Thüringen nach umkämpften Spielverlauf den erhofften Einzug in das Viertelfinale des CEV-Challenge-Cups 2022/2023. Dafür war allerdings ein hartes Stück Arbeit notwendig, denn der israelische Gegner VC Maccabi Haifa entpuppte sich am Anfang als der nicht zu unterschätzende harte Brocken..

Kurios dabei, dass das Duell am Tag genau wie vor 11 Jahren stattfand, als Suhl in Haifa den Einzug in die nächste Runde des CEV-Challenge-Cup klar machte. Hatte man damals, am 18. Januar 2012 das Rückspiel des 1/16-Finales in Haifa ausgetragen und 3:0 gewonnen, konnten die Hollosy-Schützlinge diesmal, genau 11 Jahre später, das Achtelfinale erfolgreich gestalten und den Einzug ins Viertelfinale vor rund 600 Zuschauern in der Antenne Thüringen Volleyballarena „Wolfsgrube“ feiern. So starteten die VfB-Damen wie im Hinspiel mit leichten Startschwierigkeiten, wobei diesmal VfB-Mittelblockerin Roosa Laakkonen (MVP in Haifa) handverletzungsbedingt geschont werden musste. Suhl begann zunächst nervös und mit einfachen Fehlern am Aufschlag, in der Annahme und auch Angriff. Man gestattete den zunächst stark aufspielenden Gästen, um die zweimetergroße Mittelblockerin Barabanshchikova, den 25:19-Satzgewinn im ersten Spielabschnitt. Die Gäste brillierten ebenso durch ihre Libera-Tandem Aines und Shir On, die fast alle Angriffe der Suhlerinnen in der Feldabwehr entschärften. Zudem war auch das Agieren von der japanischen Zuspielerin Satsuki Minami im Haifa-Team sehenswert, wie sie insbesondere die sprunggewaltige Brian Holman über die Mitte einsetzte oder die Außenangreiferinnen anspielte. Haifa war risikovoller und belohnte sich für diesen engagierten Auftritt im ersten Satz nach 5:8 und 16:12-Zwischenständen. Staunen auch auf den Zuschauerrängen und so mancher war damit überrascht, dass dieses Rückspiel nach dem 3:1-Hinspielerfolg nun doch keine "Selbstläufer" werden sollte.

Nachdem Gastgeber-Coach Laszlo Hollosy die Taktik änderte und unter anderem VfB-Außenangreiferin Eva Hodanova für die bis dato eher glücklos agierende Julia Brown von nun an in die Startformation einwechselte, wendete sich das Blatt im Spiel der Gastgeberinnen. Die Aufschläge erzielten mehr Wirkung, die Angriffsfehlerquote wurde auf fast Null gesenkt und eine überragende Blockabwehr, von Jelena Delic und Anica Kutlesic im Verbund mit den Außenpositionsspielerinnen organisiert, zeigten ungeahnte Auswirkungen. Bei Haifa klappte jetzt rein gar nichts mehr, der Schwung mit dem ersten Satzgewinn war verflogen. Über die Stationen 8:5 und 16:5 schafften die Gastgeberinnen eine eindrucksvolle Wende im Spielgeschehen. Mit dem sensationellen 25:8 (!) feierte Suhl seinen ersten Satzgewinn zum verdienten 1:1-Ausgleich.

Haifa versuchte nun im dritten Satz noch einmal alles, musste man doch mindestens 3:1 gewinnen, um den entscheidenden "Golden-Set" zu erzwingen. Bis zum 17:17-Zwischenstand war es ein abwechslungsreiches Spielgeschehen bei ständig wechselnden Führungen oder mehreren Punktvorsprüngen für beide Teams. Angeführt von einer überragenden Mittelblockerin Anica Kutlesic im Angriff, Block und vor allem in dieser Phase am Aufschlag, konnte der VfB vorentscheidend auf 21:17 davonziehen. VfB-Zuspielerin Jenna Ewert fand mit zunehmendem Spielverlauf auch immer besser die Feinabstimmung mit ihren Angreiferinnen. Sehenswert in diesem Satz auch die Abwehrschlachten der Liberas beider Teams, die erst nach langen Ballwechseln endeten. Ein absolut spannender Satz, wie im ersten Durchgang, doch diesmal hatte das "Wolfsrudel" das bessere Ende für sich. Mit 25:20 wurde der notwendige zweite Satzgewinn gefeiert - der Einzug ins Viertelfinale gegen Prostejov (CZE) war perfekt! Großer Jubel in der stimmungsvollen Halle, vor dieser Kulisse machte es selbst auch den Gästeteam durchaus Spaß, wie Haifas Volleyball-Präsident, Haim Kessel nach dem Match trotz der Niederlage zugab.

Nachdem die Entscheidung über das Weiterkommen gefallen war, wollte das VfB-Team natürlich auch den Sieg einfahren, da man ja bisher im Saisonverlauf noch nicht allzu viele Erfolge seinem treuen Anhang präsentieren konnte. Trotzdem rotierte VfB-Coach Hollosy, um seinen Auswechselspielerinnen Spielpraxis zu verschaffen und so kamen im vierten Satz bei Suhl nun noch der Neuzugang auf der Diagonalangriffsposition, Lena Kindermann sowie Zuspielerin Yina Liu in die Startformation. Haifa war nun nach dem feststehenden Ausscheiden im europäischen Wettbewerb sichtlich demoralisiert und Suhl zeigte sich weiter psychologisch obenauf. Nun konnte auch Juliette Fidon-Lebleu ihre Klasse zeigen und erfolgreicher punkten und Jelena Delic servierte 8 Aufschläge in Folge, davon allein drei Asse. Mit konzentrierter Leistung der Südthüringerinnen wurde der vierte Satz 25:12 und damit auch das Rückspiel im „Wohnzimmer Wolfsgrube“ mit 3:1 Sätzen nach 83 Minuten Spielzeit gewonnen. Die Französin im Suhler Team meinte nach dem Spiel unter anderem, dass ihrem Team im ersten Satz die notwendige Aggressivität fehlte, die sich dann aber im zweiten Satz gezeigt hatte, als man Haifa förmlich überrollte. Zudem hatte Trainer Hollosy seinem VfB-Damen nach dem Satzverlust in der Pause gehörig "den Kopf gewaschen". Für den VfB scheint sich der CEV-Challenge-Cup nach der Verletzungsmisere nun zur notwendigen „Erfolgsoase“ zu mausern. Das nächste CEV-Challenge-Cup-Heimspiel ist nun für den 1. Februar geplant, wenn der Gegner VK Prostejov (Tschechien) heißt. VfB-Coach Laszlo Hollosy kennt den tschechischen Volleyball aus der Vergangenheit recht gut und meinte kurz nach dem Spiel, dass dies dann auch das nächste Leistungslevel auf europäischer Bühne ist.

Doch jetzt heißt es erstmal volle Konzentration auf das Bundesliga-Rückspiel am kommenden Samstag beim Tabellenfünften Dresdner SC. Da möchte man den Schwung des Europacupsieges mitnehmen und als krasser Außenseiter für eine erneute Überraschung sorgen, wie vielleicht beim 3:2-Hinspielsieg. 

(UG)