Meister Stuttgart am Ende zu stark - Suhl schrammt knapp am Punktgewinn vorbei

Nach hartem Kampf und einem etwas unglücklichen 1:3 gegen Tabellenführer Allianz MTV Stuttgart startet der VfB Suhl LOTTO Thüringen in die Rückrunde der Volleyball-Bundesliga

Am Ende dieses Heimspielabends wussten die über 800 Zuschauer nicht so recht, ob sie eher der verpassten Chancen im dritten Satz nachtrauern oder dem Gastgeberteam für eine durchweg kämpferisch Leistung applaudieren sollten. Letztlich wurde vom fachkundigen Publikum stehender Applaus gespendet, denn es war mehr als ein unterhaltsames Bundesligaspiel. Der Liga-Primus aus Baden-Württemberg kam direkt vom Champions-League-Auswärtsspiel in Tennerifa (Donnerstagabend) nach Suhl gereist, erst am Samstagmorgen gegen 2 Uhr in Suhl eingetroffen und nach der Übernachtung quasi auf dem Reisekoffer in die "Wolfsgrube" gereist. Auch die Suhlerinnen hatten den komplizierten und von vielen Sicherheitskontrollen geprägten 4000-Kilometer-Trip nach Haifa und somit ungewöhnliche Reisestrapazen in den Gelenken, sodass man gespannt war, wer die Umstände besser wegstecken kann.

Die Hollosy-Schützlinge machten den ersten Punkt und es entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch, wobei sich der zweifache Deutsche Meister (2019, 2022) über die Stationen von 8:6 bis zum 16:11 durch das erfolgreicher Angriffsspiel vorzeitig absetzen konnte. Diesen Vorsprung ließen sich die Damen um Erfolgscoach Tore Aleksandersen nicht mehr nehmen und gewannen souverän mit 25:20 Punkten. Mit diesem Schwung startete der vierfache DVV-Pokalsieger auch in den zweiten Satz, führte schnell mit 6:3 Punkten. Doch die Harbin & Co. kämpften sich ins Spiel zurück, angefeuert vom Suhler Publikum gelang nach den technischen Auszeiten und Rückstanden (7:8, 14:16 und 16:19) das furiose Comeback. Angetrieben durch die Außenangreiferinnen Juliette Fidon-Lebleu und Julia Brown gelang noch nach sensationellem Finish der 25:21-Satzgewinn. Stuttgart verlor damit erst den siebten Satz im zwölften Spiel (u.a. 0:3 gegen Potsdam) und wirkte im dritten Spielabschnitt zunächst etwas verunsichert. Das VfB-Team startete grandios und aus einer stabilen Feld-Blockabwehr heraus bis zur 8:4-Pause. Auch kurz vor der zweiten technischen Auszeit 15:11 war Suhl am Drücker. Bei Stuttgart brachte Tore Aleksandersen Laura Künzler für die glücklose Maria Segura in die Angriffsformation. Ausgerechnet in dieser Phase unterlief dem ansonsten sehr souverän agierenden Schiedsrichtergespann ein Fehler, als der Suhler Angriffsball fälschlicherweise ausgegeben wurde. Da in dieser Partie leider keine Challenge-Möglichkeit zu Hilfe gezogen werden konnte, blieb den Südthüringerinnen der 5-Punkte-Vorsprung versagt. Trotzdem hatte man bei der 24:22-Führung zwei Satzbälle und diese am Ende durch eigene Angriffsfehler nicht nutzen. Da merkte man auch noch die teils noch fehlende dauerhafte Präzision und Abstimmung zwischen der erst vor zwei Wochen neu verpflichteten VfB- Zuspielerin Jenna Ewert und ihren Angreiferinnen. 

Der Champions-League-Tabellenführer der Gruppe D (3 Siege in 3 Spielen) brachte all seine Routine und Erfahrung über die international erfahrene Zuspielerin Britt Bongaerts, Mittelblockerin Marie Schölzel und Topscorerin Simone Lee zum Tragen. Stuttgart drehte den Satz, profitierte von Suhler Angriffsrisiken und gewann den Satz in der Verlängerung mit 27:25 Punkten für sich. Schade für die Hollosy-Schützlinge, die sich am Ende nicht für eine tolle Leistung und mit einem zweiten Satzgewinn, der mindestens 1 Punkt in der Tabelle bedeutet hätte, belohnen konnten. Trotzdem blieb man im vierten Satz mit den hochfavorisierten Gästen im 42. Aufeinandertreffen (8:33 Siege) auf Augenhöhe und ließ nicht locker (6:8/15:16). Als Suhl dann sogar mit 20:19 in Führung gehen konnte, schien die Überraschung erneut greifbar nahe. Doch ausgerechnet da wackelte die Suhler Abwehr zwischenzeitlich und der Stuttgarter Angriff war mehr mit Legern und Finten erfolgreich, als mit knallharten Angriffen. Eine starke Aufschlagsserie von MTV-Mittelblockerin Eline Timmerman besiegelte das Satzfinale und die rund 60 mitgereisten Schwaben-Fans feierten den 25:21-Satzerfolg. Denn Juliette Fidon-Lebleu konnte zwar noch auf 21.24 verkürzen, doch den Side-Out-Vorteil nutzte der Tabellenführer eiskalt zum Matchgewinn.

Meister Stuttgart ließ nichts anbrennen, verschenkte keinen Punkt für die Tabelle. So war nur Suhl in "Geberlaune" im dritten Satz und nach dem Spiel der Stuttgarter Fanclub, als man der im Pokalauswärtsspiel in Stuttgart so schwer verletzten VfB-Zuspielerin Vedrana Jaksetic einen Präsentkorb als besonderen Genesungsgruß überreichte.

Spielentscheidend war mit Sicherheit auch das Duell der beiden Diagonalangreiferinnen, dass die für die verletzte Krystal Rivers agierende Alexis Hart (15 Punkte/38%) für sich entschied. Danielle Harbin gelangen diesmal nur 12 Punkte und eine bei 29%ige Angriffseffizienz. So bekam VfB-Außenangreiferin Julia Brown (20 Punkte/50%) die silberne MVP-Medaille. Die goldene Auszeichnung auf Stuttgarter Seite erhielt die auffälligste, weil farbenprächtig agierende Außenangreiferin Simone Lee (20 Punkte/51%).

Trainer Laszlo Hollosy konnte kurz nach dem Spiel resümieren: "Er ist stolz auf das Team, dass einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gegen eins der derzeitigen Topteams in der Bundesliga und Europa zeigen konnte". Ebenso äußerte sich auch VfB-Mittelblockerin Roosa Laakkonen, die als Europacup-Matchwinnerin von Haifa und nach der Verletzungspause endlich wieder vor heimischer Kulisse auflaufen und erfolgreich agieren konnte. Sie sah zum Ende des dritten Satzes die fehlende VfB-Angriffspower als Hauptgrund, um gegen den Favoriten in Führung gehen zu können.

Hollosy's Stuttgarter Trainerkollege Tore Aleksandersen war nach den Reisestrapazen und der eindrucksvollen Wolfsgruben-Kulisse am Ende froh, das Spiel ohne Punktverlust beendet zu haben.

 

So nimmt der Tabellenführer drei hart erkämpfte Punkte mit ins Schwabenland und startet am Dienstag bereits nach Istanbul. Für das Suhler Team, die nach dieser am Ende erwarteten Niederlage weiterhin auf Platz 9 der Bundesliga-Tabelle verharren. gilt es am Mittwochabend und ebenfalls auf europäischer Bühne, den möglichen Einzug ins Viertelfinale des CEV-Challenge-Cups klar zu machen. Dazu bedarf es einer konzentrierten Leistung und einer möglichst großen Unterstützung von den Fanrängen. Denn schließlich tun Erfolge vor heimischen Publikum besonders gut und da wollen die VfB-Damen die bisherige Saisonbilanz künftig aufbessern. "Neues Spiel - neues Glück"!

(UG)

Meister Stuttgart am Ende zu stark - Suhl schrammt knapp am Punktgewinn vorbei

Nach hartem Kampf und einem etwas unglücklichen 1:3 gegen Tabellenführer Allianz MTV Stuttgart startet der VfB Suhl LOTTO Thüringen in die Rückrunde der Volleyball-Bundesliga

Am Ende dieses Heimspielabends wussten die über 800 Zuschauer nicht so recht, ob sie eher der verpassten Chancen im dritten Satz nachtrauern oder dem Gastgeberteam für eine durchweg kämpferisch Leistung applaudieren sollten. Letztlich wurde vom fachkundigen Publikum stehender Applaus gespendet, denn es war mehr als ein unterhaltsames Bundesligaspiel. Der Liga-Primus aus Baden-Württemberg kam direkt vom Champions-League-Auswärtsspiel in Tennerifa (Donnerstagabend) nach Suhl gereist, erst am Samstagmorgen gegen 2 Uhr in Suhl eingetroffen und nach der Übernachtung quasi auf dem Reisekoffer in die "Wolfsgrube" gereist. Auch die Suhlerinnen hatten den komplizierten und von vielen Sicherheitskontrollen geprägten 4000-Kilometer-Trip nach Haifa und somit ungewöhnliche Reisestrapazen in den Gelenken, sodass man gespannt war, wer die Umstände besser wegstecken kann.

Die Hollosy-Schützlinge machten den ersten Punkt und es entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch, wobei sich der zweifache Deutsche Meister (2019, 2022) über die Stationen von 8:6 bis zum 16:11 durch das erfolgreicher Angriffsspiel vorzeitig absetzen konnte. Diesen Vorsprung ließen sich die Damen um Erfolgscoach Tore Aleksandersen nicht mehr nehmen und gewannen souverän mit 25:20 Punkten. Mit diesem Schwung startete der vierfache DVV-Pokalsieger auch in den zweiten Satz, führte schnell mit 6:3 Punkten. Doch die Harbin & Co. kämpften sich ins Spiel zurück, angefeuert vom Suhler Publikum gelang nach den technischen Auszeiten und Rückstanden (7:8, 14:16 und 16:19) das furiose Comeback. Angetrieben durch die Außenangreiferinnen Juliette Fidon-Lebleu und Julia Brown gelang noch nach sensationellem Finish der 25:21-Satzgewinn. Stuttgart verlor damit erst den siebten Satz im zwölften Spiel (u.a. 0:3 gegen Potsdam) und wirkte im dritten Spielabschnitt zunächst etwas verunsichert. Das VfB-Team startete grandios und aus einer stabilen Feld-Blockabwehr heraus bis zur 8:4-Pause. Auch kurz vor der zweiten technischen Auszeit 15:11 war Suhl am Drücker. Bei Stuttgart brachte Tore Aleksandersen Laura Künzler für die glücklose Maria Segura in die Angriffsformation. Ausgerechnet in dieser Phase unterlief dem ansonsten sehr souverän agierenden Schiedsrichtergespann ein Fehler, als der Suhler Angriffsball fälschlicherweise ausgegeben wurde. Da in dieser Partie leider keine Challenge-Möglichkeit zu Hilfe gezogen werden konnte, blieb den Südthüringerinnen der 5-Punkte-Vorsprung versagt. Trotzdem hatte man bei der 24:22-Führung zwei Satzbälle und diese am Ende durch eigene Angriffsfehler nicht nutzen. Da merkte man auch noch die teils noch fehlende dauerhafte Präzision und Abstimmung zwischen der erst vor zwei Wochen neu verpflichteten VfB- Zuspielerin Jenna Ewert und ihren Angreiferinnen. 

Der Champions-League-Tabellenführer der Gruppe D (3 Siege in 3 Spielen) brachte all seine Routine und Erfahrung über die international erfahrene Zuspielerin Britt Bongaerts, Mittelblockerin Marie Schölzel und Topscorerin Simone Lee zum Tragen. Stuttgart drehte den Satz, profitierte von Suhler Angriffsrisiken und gewann den Satz in der Verlängerung mit 27:25 Punkten für sich. Schade für die Hollosy-Schützlinge, die sich am Ende nicht für eine tolle Leistung und mit einem zweiten Satzgewinn, der mindestens 1 Punkt in der Tabelle bedeutet hätte, belohnen konnten. Trotzdem blieb man im vierten Satz mit den hochfavorisierten Gästen im 42. Aufeinandertreffen (8:33 Siege) auf Augenhöhe und ließ nicht locker (6:8/15:16). Als Suhl dann sogar mit 20:19 in Führung gehen konnte, schien die Überraschung erneut greifbar nahe. Doch ausgerechnet da wackelte die Suhler Abwehr zwischenzeitlich und der Stuttgarter Angriff war mehr mit Legern und Finten erfolgreich, als mit knallharten Angriffen. Eine starke Aufschlagsserie von MTV-Mittelblockerin Eline Timmerman besiegelte das Satzfinale und die rund 60 mitgereisten Schwaben-Fans feierten den 25:21-Satzerfolg. Denn Juliette Fidon-Lebleu konnte zwar noch auf 21.24 verkürzen, doch den Side-Out-Vorteil nutzte der Tabellenführer eiskalt zum Matchgewinn.

Meister Stuttgart ließ nichts anbrennen, verschenkte keinen Punkt für die Tabelle. So war nur Suhl in "Geberlaune" im dritten Satz und nach dem Spiel der Stuttgarter Fanclub, als man der im Pokalauswärtsspiel in Stuttgart so schwer verletzten VfB-Zuspielerin Vedrana Jaksetic einen Präsentkorb als besonderen Genesungsgruß überreichte.

Spielentscheidend war mit Sicherheit auch das Duell der beiden Diagonalangreiferinnen, dass die für die verletzte Krystal Rivers agierende Alexis Hart (15 Punkte/38%) für sich entschied. Danielle Harbin gelangen diesmal nur 12 Punkte und eine bei 29%ige Angriffseffizienz. So bekam VfB-Außenangreiferin Julia Brown (20 Punkte/50%) die silberne MVP-Medaille. Die goldene Auszeichnung auf Stuttgarter Seite erhielt die auffälligste, weil farbenprächtig agierende Außenangreiferin Simone Lee (20 Punkte/51%).

Trainer Laszlo Hollosy konnte kurz nach dem Spiel resümieren: "Er ist stolz auf das Team, dass einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gegen eins der derzeitigen Topteams in der Bundesliga und Europa zeigen konnte". Ebenso äußerte sich auch VfB-Mittelblockerin Roosa Laakkonen, die als Europacup-Matchwinnerin von Haifa und nach der Verletzungspause endlich wieder vor heimischer Kulisse auflaufen und erfolgreich agieren konnte. Sie sah zum Ende des dritten Satzes die fehlende VfB-Angriffspower als Hauptgrund, um gegen den Favoriten in Führung gehen zu können.

Hollosy's Stuttgarter Trainerkollege Tore Aleksandersen war nach den Reisestrapazen und der eindrucksvollen Wolfsgruben-Kulisse am Ende froh, das Spiel ohne Punktverlust beendet zu haben.

 

So nimmt der Tabellenführer drei hart erkämpfte Punkte mit ins Schwabenland und startet am Dienstag bereits nach Istanbul. Für das Suhler Team, die nach dieser am Ende erwarteten Niederlage weiterhin auf Platz 9 der Bundesliga-Tabelle verharren. gilt es am Mittwochabend und ebenfalls auf europäischer Bühne, den möglichen Einzug ins Viertelfinale des CEV-Challenge-Cups klar zu machen. Dazu bedarf es einer konzentrierten Leistung und einer möglichst großen Unterstützung von den Fanrängen. Denn schließlich tun Erfolge vor heimischen Publikum besonders gut und da wollen die VfB-Damen die bisherige Saisonbilanz künftig aufbessern. "Neues Spiel - neues Glück"!

(UG)