
VfB Suhl LOTTO ThüringenSpielbericht · Hauptrunde
Mit einer dramatischen 1:3-Niederlage gegen den Tabellennachbarn SC Potsdam verpasst der Tabellenfünfte VfB Suhl LOTTO Thüringen leider eine bessere Ausgangssituation für die bevorstehenden Playoffspiele in einer Woche. Im dritten Aufeinandertreffen der Hauptrundenserie gab es die erneute und damit dritte Saison-Niederlage (2:3, 1:3, 1:3) der Südthüringerinnen gegen den Tabellennachbarn SC Potsdam und Playoff-Gegner der letzten Jahre.
Die Schützlinge von VfB-Chefcoach starteten dabei mit einer starken Leistung in dieses finale Spiel und bezwangen zunächst den favorisierten Gastgeber mit 25:17 Punkten im ersten Satz. Insbesondere VfB-Diagonalangreiferin Anna Artyshuk war vom gegnerischen Block kaum zu bändigen. Ebenso war Julia de Paula von Beginn an hochkonzentriert in Annahme und Angriff, wie auch VfB-Libera Minami Yoshioka. Lohn für dieses engagierte Auftreten war die 1:0-Satzfürung nach 20 Minuten. Danach agierte der VfB zunächst weiter in Hochform (4:1-Führung), bevor man sich dann selbst mit zu vielen Aufschlags- und Annahmefehlern leider aus dem erfolgreichen Angriffskonzept brachte. Zwar versuchte Coach Hollosy mit dem Einsatz von Jette Kuipers für eine Wende zu sorgen, doch der angeschlagenen Außenangreiferin war die Verletzungspause irgendwie noch anzumerken. Ein immer stärker werdendes Potsdamer Team um die vier Ex-Suhlerinnen Ewert, Bamba, Harbin und Holthaus, schaffte den Satzausgleich mit 25:21 nach 24 Spielminuten im zweiten Satz. Insbesondere auf der Mittelblocker-Position hatten die Gastgeberinnen mit Anna Koulberg (13 Punkte) eine der entscheidenden „Unterschiedspielerinnen“ an diesem Tag.
Der dritte Satz sollte letztlich die „Vorentscheidung“ bringen, denn der Tabellenvierte SC Potsdam benötigte unbedingt zwei Satzgewinne für die Sicherung des begehrten Tabellenplatzes und das Heimrecht in einem möglichen dritten Playoffspiel. Suhl musste andererseits erfolgreich sein, um die letzte Chance für den 3-Punktgewinn in der brandenburgischen MBS-Arena zu erhalten. Doch die Südthüringerinnen zeigten nach ausgeglichenem Satzbeginn (10:10) Nerven und lagen auch durch einige unglückliche Aktionen mit 11:17 im Rückstand. Die favorisierten SC-Damen hatten den mentalen Schwung vom Satzausgleich mitnehmen können. Die anschließende fulminante Aufholjagd der Laakkonen & Co. auf den 20:20-Zwischenstand war an Spannung kaum noch zu überbieten. Knackpunkt war der 21. Punkt für Potsdam nach langem, hart umkämpften Ballwechsel. Es war sozusagen der „Big Point“, denn durch zwei weitere Suhler Angriffsfehler in Folge, lagen die Schützlinge von SC-Chefcoach Riccardo Boieri wieder in Front (20:23). Doch die mitgereiste Suhler Fangemeinde trieb seine Lieblinge weiterhin an und erlebte dann Dramatik pur im Satzfinale, denn die „Wölfe“ konnten zwei Potsdamer Satzbälle abwehren und noch einmal auf 23:24 verkürzen. Doch ausgerechnet der bis dahin überragenden VfB-Zuspielerin und sonst so sicheren Aufschlagsspielerin Lara Nagels misslingt der letzte Aufschlag knapp ins Aus. Frustration im Suhler Lager, dagegen Glückseligkeit beim Potsdamer Anhang. Denn der Serien-Playoff-Halbfinalist der letzten Jahre, nahm dieses unerwartete „Geschenk“ gerne an und gewann so überaus glücklich mit 25:23 Punkten nach dramatischen 25 Minuten zur alles „entscheidenden“ 2:1-Satzführung.

Nachdem Potsdam damit sein avisiertes Ziel erreicht hatte, wechselte der überaus enttäuschte VfB-Trainer Laszlo Hollosy alle Wechselspielerinnen in die Startformation ein, um Ihnen im nunmehr unbedeutenden vierten Satz weitere Spielpraxis zu gewähren. Potsdam blieb fast ohne Wechsel in der Stammformation und zog sein erfolgreiches Angriffsspiel mit Harbin und Holthaus durch. Dagegen merkte man natürlich die Annahme- und Abstimmungsschwierigkeiten im neuformierten „VfB-Sechser“ an. So war es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet die zweitbeste SCP-Punktesammlerin Eleanor Holthaus (15 Punkte) den Matchball vollendete, zum 25:15-Satzgewinn nach 19 Minuten und letztlich verdienten 3:1-Spielgewinn nach insgesamt 88 Minuten Spielzeit vor 1.428 Zuschauern. Suhl hatte erneut die Chance auf den ersten Saisonsieg gegen den Playoff-Dauerkontrahenten, doch die Hoffnung bleibt, dass irgendwann die Potsdamer Erfolgsserie der letzten drei Saisons auch mal reißen kann. Als wertvollste Spielerinnen wurden die beiden besten Scorerinnen des Spiels bestimmt, Anna Artyshuk (23 Punkte) mit Silber dekoriert und Danielle Harbin (17 Punkte) als „Goldene MVP“.
Für die VfB-Volleyballerinnen heißt es nun zu Beginn der Playoffserie am kommenden Samstag (22. März) erneut auswärts in Brandenburgs Landeshauptstadt anzutreten, bevor man dann am 29. März Heimrecht im zweiten Playoffspiel haben wird. Nun kann es aus VfB-Sicht in der dritten Viertelfinalserie gegen die Harbin & Co. nur heißen: „Neues Spiel – neues Glück!“




