VfB Suhl LOTTO Thüringen

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Suhler Wölfe bissiger im Tiebreak-Krimi

Skurios Volleys Borken – VfB Suhl LOTTO Thüringen
1. Volleyball-Bundesliga Frauen · Playoff-Viertelfinale · Hinspiel
SC PotsdamSC Potsdam
2 : 3
VfB Suhl LOTTO ThüringenVfB Suhl LOTTO Thüringen
Sätze25:168:2526:2825:1217:19

Spielbericht · Playoff-Viertelfinale · Hinspiel

Die erste Überraschung im Playoff-Viertelfinalauftakt gelingt dem VfB Suhl LOTTO Thüringen! Mit 3:2 Sätzen vollendete Südthüringens einziger Bundesligist einen wahren Volleyball-Krimi der Extraklasse und bezwingt den Favoriten SC Potsdam in dessen MBS-Arena vor 1.067 Zuschauern, darunter auch über 40 stimmgewaltige VfB-Anhänger. Nach den bisherigen drei VfB-Saisonniederlagen in Folge (2:3 und 1:3 in Potsdam sowie 1:3 in Suhl) und dem zweimaligen Playoff-Aus gegen die favorisierten Brandenburgerinnen, war auf keinen Fall mit diesem 3:2-Erfolg (16:25, 25:8; 28:26, 12:25, 19:17) für die Hollosy-Schützlinge zu rechnen. Dabei erlebten die Fans in der Halle und an den Bildschirmen eine Achterbahnfahrt der Gefühle und einen unvergesslichen Volleyballkrimi in fast zwei Stunden.

Laszlos Team war bereit und er begann diesmal gleich mit der von einem Bänderriss genesenen Jette Kuipers statt zuletzt Svea Naujack. Doch die Gastgeberinnen erwischten den besseren Start, vor allem im Angriff agierte der Playoff-Halbfinal-Dauerabonnent deutlich zielstrebiger. Insbesondere die Ex-Suhlerin Eleanor Holthaus und Mittelblockerin Anna Koulberg waren sofort auf „on fire“. VfB-Chefcoach Hollosy nahm beim7:11 seine erste taktische Auszeit, die jedoch ohne Wirkung blieb, sodass er beim 8:14 bereit zum wiederholten Mal eingreifen musste. Potsdam dominierte weiterhin und hatte auch das Quentchen Glück auf seiner Seite und brachte den ersten Satz mit 25:16 Punkten nach 21 Minuten zur 1:0-Satzführung „unter Dach und Fach“.

Die kurze Pause und der Seitenwechsel sowie die energische Traineransprache zeigten bei den Laakkonen & Co. Wirkung, denn irgendwie war der Schalter umgelegt. Nun war Potsdam frühzeitig unter Druck und in der Defensive gelang wenig. Plötzlich spielte nur noch der VfB, zwang SCP-Coach Boieri zu zwei Auszeiten (2:7 und 3:12) und dominierte den Satz nach Belieben. Mit 25:8 nach 17 Minuten wurde der Gastgeber deklassiert und man konnte gut von einem „Blackout“ der Harbin & Co. sprechen. Die VfB-Außenangreiferin Julia de Paula und Anna Artyshuk machten Punkt um Punkt, Kuipers fand immer besser rein ins Spiel und VfB-Libera Minami Yoshioka hatte einen glänzenden Tag erwischt. Dass das so nicht weitergeht, war auch den mitgereisten Suhler Enthusiasten klar.

Favorit Potsdam fand erwartungsgemäß zurück ins Spiel. Zunächst schien es eine Duplette vom ersten Spielabschnitt zu werden, doch die Suhlerinnen hielten besser dagegen. Fortan entwickelte sich das erwartete Duell auf Augenhöhe der Hauptrunden-Tabellennachbarn. Potsdam ging zunächst mit 4:1 in Front, Suhl konterte mit allen Mannschaftsteilen zur 8:7-Führung. Danach ständig wechselnde Führungen bis zum 22:20 für die „Wölfe“. Dann war es wieder Holthaus, die ihrem Ex-Verein mit zwei erfolgreichen Angriffen den Vorsprung ausglich. Auszeit für Suhl (22:22) und Ex-VfB-Zuspielerin Jenna Ewert servierte der jungen VfB-Annahmespezialistin Emma Sambale einen gefährlichen Aufschlag, der zur 23:22.Führung der Gastgeberinnen führte. Zweite Auszeit VfB (22:23) und diesmal nutzte der Außenseiter sein Sideout – Annahme Sambale, Zuspiel Nagels, Kracher Artyshuk – Ausgleich. Die eingewechselte Lydia Stemmler servierte darauffolgend ein Ass zum 24:23-Satzball für Suhl. Dann zweimal Annahmeprobleme beim VfB und Daniell Harbin bescherte Potsdam den ersten Satzball im dritten Satz. Dann „schlug die Stunde“ von VfB-Mannschaftskapitänin Roosa Laakkonen zweimal in der unüberwindlichen Blockabwehr! Der anschließende Aufschlag von Anna Artyshuk landete wohl knapp im Aus und konnte nicht gechallengt werden. Doch die Diagonalangreiferin war es im Gegenzug, die mit einem fulminanten Hinterfeldangriff nervenstark zum 27:26 vollendete und damit den nächsten Satzball bescherte. Jette Kuipers servierte zum 28:26 – Suhl gelingt nach 29 Minuten Satzdauer die 2:1-Satzführung.

Der vierte Satz verlief wieder deutlich für Potsdam, denn nach dem 6:7 konnten die VfB-Damen das hohe Niveau des Vorsatzes nicht halten. Mit Daniel Harbin am Aufschlag gelangen den Gastgeberinnen sieben Punkte in Serie, der Suhler Bann war gebrochen. Coach Hollosy wechselte in Realisierung des nahenden Tiebreaks (8:18) eifrig aus, um seinen Stammspielerinnen für den Tiebreak eine notwendige, auch mentale Verschnaufpause zu ermöglichen. Potsdam gewinn nach 20 Miunten zum 25:12 – ähnlich klar, wie im ersten Satz. Nun musste also die Nervenschlacht im Tiebreakkrimi entscheiden.

Suhler Wölfe bissiger im Tiebreak-Krimi

Und Suhl legte stark los, mit einer erstarkten Julia de Paula, zum 3:0 bis auf 7:2. Doch ausgerechnet da misslingt der jungen Spanierin der Aufschlag und Anna Artyshuk wird in Folge zweimal vom SCP-Block gebändigt. Potsdam war auch Dank Danielle Harbin wieder dran (6:7), auch wenn nach einem schlauen Kuipers-Angriff die Seiten mit 8:6 für Suhl letztmalig gewechselt wurden. Überhaupt war es die „fliegende Holländerin“, die das Tiebreak-Finale mit erfolgreichen Angriffen mitbestimmen sollte.

Dann 14:13 und erster Matchball für Suhl, weitere vier Satzbälle nachdem Potsdam jeweils im Sideout ausgleichen konnte, ehe Julia de Paula die VfB-Mannschaft und ihre Fans in kompletten Freudentaumel versetzen konnte. Was für ein Krimi, was für ein episches Spiel für alle Südthüringer Volleyballfans. Die Suhler Volleyballerinnen belohnen sich endlich für eine nervenstarke Leistung in der „Höhle des Löwen“. Die Siegesserie der Harbin & Co. konnte endlich mal zum Reißen gebracht werden.

Es war eine starke VfB-Mannschaftsleistung, angefangen von einer super Libera Minami Yoshioka, über eine regieführende Lara Nagels bis hin zu allen Angreiferinnen und Spielerinnen auf und neben dem Parkett. Als Wertvollste wurden Anna Artyshuk (Gold-MVP) und Eleanor Holthaus (Silber-MVP).

Nach diesem Überraschungssieg nun der „Matchball“ im Playoff-Viertelfinale, wenn am kommenden Samstag die „Wölfe“ im Rückspiel ihrerseits das Heimrecht haben. Bereits ab 17.15 Uhr wird in der dann hoffentlich vollen Wolfsgrube zum zweiten „Playoff-Krimi“ angepfiffen.

Ulf Greiser · Quelle: volleyball-suhl.de

SC Potsdam – VfB Suhl LOTTO Thüringen 2 : 3
Satzergebnisse
25:16, 8:25, 26:28, 25:12, 17:19
Wettbewerb
1. Volleyball-Bundesliga Frauen · Playoff-Viertelfinale · Hinspiel · Saison 2024/25
Datum
Ort
Potsdam
Startformation VfB
MVP
Topscorerin
Zuschauer
1.067
Spieldauer